
"Nackt im Wüstenwind": Dokumentarfilm, Schweiz/Kanada/Frankreich 2005 (franz. teils mit Untertiteln, teils synchronisiert)
13 Männer, Schweizer, Franzosen, Belgier und Kanadier, wandern in Begleitung eines Moderators und zehn einheimischer Kamelführer 15 Tage lang durch die tunesische Wüste. Sie trotzen Sandstürmen und glühender Hitze bei Tag sowie klirrender Kälte bei Nacht. Zu den körperlichen Strapazen kommt ein mutiger Vorstoß in die männliche Seele. Nach vier bis fünf Marschstunden und aufgeschlagenem Biwak setzen sich die Teilnehmer zusammen, um ihre Männlichkeit zu erforschen. Der Moderator unterstützt das Gruppengespräch zu Themen wie Vatersein, Sexualität, Beziehungen zu Frauen oder auch Gewalt und Abhängigkeit. Der Wüstentrip wird zu einer physisch und psychisch strapaziösen Reise und einer innigen Suche nach dem, was Männlichkeit ist.
Meine Meinung dazu: Männerthemen und Gespräche, bei denen sich einige sicherlich wiederfinden. Das Thema Aggression wird angeschnitten, aber meiner Ansicht nach nicht wirklich bearbeitet. Recht intellektuell, nichtsdestotrotz gibt es einige Anstöße zur Reflektion der eigenen Lebens- und Beziehungsgeschichte.
Weitere Infos:
Regie: François Kohler
Gaétan ist 61 Jahre alt und war Schulleiter in Quebec/Kanada, Nicolas ist ein 34-jähriger leitender Angestellter aus Belgien, Emmanuel-François ist Franzose, der 40-Jährige arbeitet als Koch, Eric ist ein Immobilienmakler aus der Schweiz, 46 Jahre alt. Sie scheinen auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten zu haben. Einige von ihnen sind ledig, andere sind Familienväter, einer ist sogar schon Großvater. Sie fühlen sich wohl in ihrer Haut und üben ganz gewöhnlichen Beruf aus. Das Einzige, was sie verbindet: Sie haben den Wunsch, über ihre Männlichkeit nachzudenken, sie zu verstehen und darüber zu reden. Deshalb haben sie sich einer Gruppe von 13 Männern angeschlossen, die zu Fuß durch die Wüste zieht. 15 Tage verbringen sie im Großen Östlichen Erg, der zur tunesischen Sahara zählt. Dort wollen sie in Anwesenheit der Kamera des Filmemachers François Kohler Rede und Antwort stehen zum Thema Männlichkeit."Nackt im Wüstenwind" zeigt die Originalität und Natürlichkeit dieser Männer. Sie sprechen über Familie, Vaterrolle, Frauen- und Mutterbeziehungen, Sexualität, Autorität, Aggressivität, Angst und Konkurrenz. Ausgangspunkt dieser Wüstenreise sind die vielfältigen Überlegungen zur gesellschaftlichen Rolle des Mannes, die nach der feministischen Bewegung Veränderungen erfahren hat. Hintergrundinformationen: Der Dokumentarfilm, für dessen Fertigstellung François Kohler dreieinhalb Jahre benötigte, stellt gleichermaßen eine persönliche Schaffensperiode, einen gruppendynamischen Reisebericht und ein Stück Filmkunst dar. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Arzt und Psychotherapeuten Alexis Burger aus Lausanne, der die Teilnehmer bei dieser Trekkingreise begleitet hat. Der Dokumentarfilm ist zudem das Ergebnis einer internationalen Partnerschaft unter der Leitung der Schweizer Produzenten Heinz Dill und Xavier Grin.

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