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Auf der zwischenmenschlichen Ebene müssen wir immer mit kleineren oder größeren Angriffen rechnen und vertrauen nicht jemandem „blind". Jeder, der etwas Lebenserfahrung hat weiß, dass Menschen aus Unbewusstheit, Neid, Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühl oder einfach schlechter Laune heraus angreifen oder verletzen können. Menschen verschweigen die Wahrheit, „verdrehen" sie oder lügen - nicht unbedingt, weil sie bösartig, gemein oder charakterschwach sind, sondern weil sie durch ihre persönliche Geschichte geprägt und manchmal auch verletzt wurden.
Selbst mit Freunden muss man manchmal Grenzen setzen, um die eigene Intimsphäre zu schützen und sich abzugrenzen. Man erzählt nicht immer alles und hat einen Bereich des eigenen Privat- oder Intimlebens, den man selbst mit Freunden nicht teilen möchte. Dringen sie in diesen ein, so wird man zunächst freundlich, aber bei Nichtbeachtung auch entschieden dafür sorgen, das persönliche Grenzen gewahrt bleiben. Die meisten akzeptieren es nicht, wenn Freunde alle Nachrichten, Dateien, Filme und Fotos auf Computer oder Handy durchstöbern oder den Terminkalender ausgiebig studieren. Vermutlich würde auch jeder unwirsch reagieren, wenn ein Freund die Telefonnummern aus dem eigenen Handy anruft oder ausspionieren würde, wo man wann mit wem seine Zeit verbracht hat.
Ebenso sind wir es gewohnt, dass Freunde diese Grenzen auch akzeptieren: für die meisten ist die Freundschaft vorbei, wenn heimlich im Tagebuch gelesen oder die eigene Intimsphäre wiederholt verletzt wird. Wir gehen davon aus, dass ein „Nein", also eine Grenzsetzung von Freunden respektiert wird.
Jeder wird diesen simplen Tatsachen vermutlich weitgehend zustimmen und sich nach dem Sinn dieses Artikels fragen. Wie sieht es also in der Liebesbeziehung mit der eigenen Intimsphäre und der Abgrenzung aus? Eine merkwürdige Frage, denn wenn man sich verliebt denkt man schließlich an das Gegenteil von Abgrenzung: man genießt die Nähe, Vertrautheit, Intimität und das Verschmelzen in der Liebe und beim Sex miteinander. Trotzdem aber behandelt man sich gegenseitig mit Respekt und achtet den eigenen individuellen Raum des anderen. Oder würden Sie etwa das Handy der neuen Flamme auf der Suche nach weiteren Verehrern durchstöbern?
Wird aus der Verliebtheit, der Affäre eine verbindliche Partnerschaft, dann vollziehen sich bei vielen Männern im Laufe der Jahre interessante Wandlungen. Die gelebte Intimität mit der Partnerin in Form von interessanten Gesprächen, emotionaler Nähe und intensivem Sex nimmt immer mehr ab. Gleichzeitig nimmt aber auch die eigene Privatsphäre ab und der Partner dringt immer mehr ein, bis schließlich nur noch ein symbiotisches „Wir" und kein „Ich" und „Du" mehr vorhanden ist. Die romantische Vorstellung von Liebesbeziehungen ist es, dass es keine Konflikte mehr gibt und man einer Meinung ist, wenn man sich wirklich liebt. Die permanente Symbiose, in der die beiden Personen mit ihren Persönlichkeiten sozusagen zu einer verschmelzen ist das romantische Liebesideal, das die meisten Hollywood und Bollywood-Filme prägt.
„Doch was ist daran so schlimm?" mag man sich fragen. Solange keiner der Partner aus der gegenseitigen Kontrolle und Symbiose ausbricht gibt es auch keine Konflikte. Wagt ein Partner dies jedoch, so wird er sich plötzlich bewusst, wie wenig Eigenleben er überhaupt noch besitzt.
Zu mir in die Beratung und in die Seminare kommen immer häufiger Männer, die keinerlei Grenzen mehr ihrer Partnerin gegenüber haben. Sie akzeptieren, dass die Partnerin ihre Kontakte und Termine kontrolliert, Handy, E-Mail-Account und Briefe öffnet und sogar Freunde (falls der Mann überhaupt noch eigene Freunde hat) ausfragt. Schlimmer noch: diese Männer sind sich gar nicht mehr bewusst, dass dort eine permanente Grenzverletzung stattfindet - sie halten dies für normal. Sie haben sich daran gewöhnt respektlos behandelt und kontrolliert zu werden.
Setzt nun der Mann nach Jahren einmal eine Grenze und sagt „Nein", dann kann er oft mit erbitterten Dramen und Kämpfen rechnen, denen die meisten Männer nicht gewachsen sind. Die Partnerin, die es seit Jahren gewohnt ist ihren Partner zu kontrollieren wird das nicht akzeptieren. Beispiele dafür habe ich zuhauf, meistens wesentlich krasser, als die Fantasie es sich ausmalen könnte. So gibt es in jedem meiner Herzenskrieger-Trainings Männer, die abbrechen, weil die Partnerin nicht akzeptiert, das er etwas tut, was sich ihrer Kontrolle entzieht. Sie erpresst ihn damit, dass sie sich trennt, einen Lover sucht oder die Kinder wegnimmt und der Mann gibt meistens klein bei. Oder die Frau knackt den E-Mail-Account des Mannes und ruft unter falschem Namen andere Teilnehmer des Seminars an, um mit diversen Tricks an Informationen zu gelangen. Ich könnte noch viele dieser Beispiele ausführen. Könnten Sie sich etwa vorstellen, ein Drama abzuziehen oder gar Ihre Partnerin zu verlassen, weil sie ein Frauenseminar besuchen will und ihnen nichts über die Inhalte berichten will? Vermutlich kann das kein Mann, denn meist kontrolliert die Frau den Mann in der Partnerschaft und nicht umgekehrt.
Sie werden natürlich sagen: mir könnte sowas nicht passieren! Sind Sie sicher? Dürfen Sie Ihrer Partnerin Grenzen setzen? Sagen Sie manchmal „Nein"? Haben Sie eine Privatsphäre und eigene Freunde? Sorgen Sie dafür, dass Ihre Partnerin in bestimmte Bereiche Ihres Lebens nicht eindringt?
Oder haben Sie ein schlechtes Gewissen, weil Sie ihr etwas verheimlicht haben? Überlassen Sie ihr die totale Kontrolle in der Beziehung? Haben Sie keine eigenen Freunde und privaten Kontakte? Gehen Sie niemals alleine aus? Müssen Sie alle Fragen Ihrer Partnerin beantworten? Bestimmt Ihre Partnerin wann Sie Sex haben oder Sie? Legen Sie sich die „brave-Jungen-Stimme" am Telefon zu, wenn Ihre Frau anruft? Entschuldigen sich, wenn sie später nach Hause kommen als sonst? Geben Sie eine Erklärung ab, bevor die Frage kam?
Wenn dem so ist, dann spricht vieles dafür, dass Sie mit Ihrer Mutter verheiratet sind. Denn so verhält sich ein Junge mit einer überdominanten und kontrollierenden Mutter. Und das ist absolut kontraproduktiv für eine erfüllte Partnerschaft. Mehr dazu im „Mutter-Kapitel" meines Buches „Männlichkeit leben."

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